Sanierung des Bügeleisenhauses in Hattingen (Ruhr)

ritter. architekten+ planungsbüro GmbH


Informationen zum Projekt

Das Bügeleisenhaus befindet sich im Kern der mittelalterlichen Altstadt von Hattingen. Den Namen verdankt es seiner zum Hauptgiebel verjüngenden Grundrissform, welche sich den engen Gassenverlauf zwischen den angrenzenden Häusern angepasst hat.
Die Struktur des aus dem ca. 16 Jhdt. stammenden Fachwerkhauses ist weitestgehend erhalten geblieben, jedoch mussten sich einzelne Bereiche immer wieder neuen Nutzungen und Gegebenheiten anpassen. Den fachwerksichtigen Giebel schützte ehemals eine flächige Verschieferung und ein Vorbau bis zur Höhe des 1. Obergeschosses.
Aus finanziellen Gründen konnten in den zurückliegenden Jahren nur einzelne Reparaturen durchgeführt werden. Durch den Bruch der Schwelle, welche das beidseitig über den Gassen auskragende 2. Obergeschoss trägt, musste zur Sanierung ein Sicherungskonzept erstellt werden, welches zum einen den bereits nach vorne abkippenden Giebel abfängt und die vorhandene Lage des Hauses unmittelbar zwischen der Nachbarbebauung und der angrenzenden Fußgängerzone berücksichtigt. Um die maroden Holzteile des Giebels austauschen und reparieren zu können, wurde das Haus zunächst über eine durch die seitlichen Gefache eingefädelte Zangenkonstruktion, welche die Giebelseite umgreift und über Stahlbolzen mit dieser verbunden wurde, abgestützt. Danach konnten die Betonsteinausmauerungen, welche nicht unerheblich zum Schadensbild beigetragen haben, entnommen und der tatsächliche Schaden am Ständerwerk begutachtet werden. Ca. 80 % der Holzsubstanz waren durch Pilzeinwirkung und Fäulnis unwiederbringlich zerstört, das restliche Ständerwerk wurde mit Holz- und Reparaturverbindungen, welche dem traditionellen Abbund von Fachwerk entsprechen, repariert. Nachdem das Bügeleisenhaus wieder auf eigenen Füßen stand, konnte die Stützkonstruktion abgebaut werden.
Die Ausmauerung der Gefache erfolgte in Anlehnung an früheres Flechtwerk mit Lehmziegel, auf welche ein Sumpfkalkputz mit Kalkkaseinanstrich aufgetragen wurde. Im Innenbereich erhielt die Fassadenfläche einen ca. 2 – 3 cm starken Lehmbewurf, welcher später über die unvermeidbaren Fugen eindringende Feuchtigkeit kompensieren und regulieren wird. Auf dem abgezogenen Lehmbewurf wurden diffusionsoffene Holzweichfaserplatten geschraubt, welche einen zusätzlichen 2-lagigen Lehminnenputz mit Kalkanstrich erhalten haben. Um die sanierten Putzflächen und das Holz nicht wieder vollständig der Witterung aussetzen zu müssen, erhielt das obere Giebeldreieck eine Holzverkleidung, an welcher das Regenwasser vor der Fassade frei abtropfen kann. Somit konnte das beliebte Postkartenmotiv mit seiner fachwerktypischen Schwarzweiß Erscheinung erhalten bleiben.

Details

Sanierung des Bügeleisenhauses in Hattingen (Ruhr)

2005-2006

Heimatverein Hattingen e.V.

Zum Seitenanfang